T-Shirt-Labels selbstgemacht

Blümchen hat vor ein paar Tagen Logo Labels erstellt und über ihre Erfahrungen geschrieben. Dabei fiel mir ein, dass ich zwar mal geschrieben hatte, wie ich Stoffetiketten selbst mache, aber meine T-Shirt-Labels, die ich am meisten verwende, erwähne ich mit keinem Wort. Zeit das zu ändern:

Ich hab‘ da mal was vorbereitet *schnauzerreib*:

T-Shirt-LabelKlickste drauf, wird’s größer.

In dem obigen Beispeil habe ich die Shirt-Streifen unten bestempelt, damit ich sie mit einnähen kann. Ein paar der Streifen habe ich auch mittig bestempelt, zum zentrierten (Doppeltwortvermeidungsstrategie. Geht nicht auf.) Aufnähen.

Zum Stempeln verwende ich seit Jahr und Tag ein Stempelkissen von Rico Design. Die gibt’s in vielen Farben, ich hab‘ nur fröhliches Schwarz.

Übrigens: Selbst nach der vom Hersteller empfohlenen Wartezeit von mehreren Stunden hatte ich oft das Problem, dass die Schrift noch verschmierte. Verhindern kann man das, in dem man ein Papiertuch auf die Farbe legt und mit leichtem Druck überbügelt. Zwei, drei mal wiederholt, hält die Farbe bombenfest.

Meinen Stempel habe ich vor sechstausend Jahren (mindestens) bei Stempel Malter erworben. Ich glaube, bei strunznormalen Stempeln tut sich die Qualität der verschiedenen Stempelhersteller aber nix.

Pfui, ich muss planen: Schnittmuster- und Klamottennähplan

Ich bin gerade ein bisserl im Rausch: Durchstöbere Pinterest, Blogs, Schnittmusterseiten. Durchblättere jedes einzelne meiner ca. 40 Schnittmusterhefte und bestelle mir Nähbücher wie bekloppt. STOPP!

Smila ist Schuld. Und MeMadeMittwoch. Smila kenne ich natürlich schon lange, habe ein paar Stickdateien von ihr (sehr empfehlenswert, sehr sauber gearbeitet!) und viele ihrer Tutorials ausprobiert. Aber ihre Klamottenbilder immer überblättert. Bis ich jetzt wieder Lust aufs Klamottennähen bekam, auf MeMadeMittwoch stieß, darüber auf Smila und mich der Blitz traff: DAS ist der Stil, der mir gefällt! Okay, ich mags ein wenig wilder, ein wenig rauer und punkiger, aber der Grundtenor stimmt.

Else
Else mit U-Boot und keckem Blick.

Inzwischen habe ich ein paar populäre Schnittmuster, die die letzten Jahre an mir vorbeigegangen sind, ausprobiert und noch ein paar auf Halde. Dabei fiel mir auch wieder auf, warum ich damals entnervt das Nähen von Hobbyschnitterstellern aufgegeben habe: Da stimmt nüscht. Falten und Fältchen an unmöglichen Stellen, zu enge oder riesige Armlöcher, Kapuzen, die entweder Yetis passen würden oder einem das Blut abschnüren: Ne, brauche ich nicht.

Genäht und für gut befunden:

  • Else von Schneidermeistern. Das wird ein Jerseykleidgrundschnitt, ganz klar. Der passt super. Ich muss ihn obenrum etwas verbreitern, da er im Rücken leichte Querfalten schlägt und ich hätte gerne die kleinen Busenfältchen weg. Also muss ich einen Abnäher reinbasteln. Da brauche ich Hilfe bei. Ich weiß nämlich nicht, wie sich das auf das Armloch auswirkt.
  • Tusseti Mandy Boat Tee. Gestern abend an der Overlock runtergerattert und völlig verblüfft über den guten Sitz eines OneSize Stückes. Die Arme dürfen noch eine Spur weiter sein und etwas länger.
  • Julia Womens Cardigan. Obwohl ohne Verschluss und ohne Taschen wurde mein Probeteilchen gleich zum Lieblingsstück. Ein schönes Beispiel für gute Hobbyschnitterstellung!
  • Rock Ottobre Woman 5/2014. Das war nicht der letzte Streich! Am Samstag wollen wir zum Salsatanzen, da brauche ich unbedingt ein Schwingeröckchen! Ausgeschnitten, genäht, zack: Schwingeding!
  • Kleider-Grundschnitt Shiftdress von „Built by Wendy Dresses“: Das Kleid passt wirklich super, aber auf dem Grundschnitt ist nix, nada, niente angezeichnet. Nicht ein winziges Passformzeichelchen. Daher finde ich es eher schwer, die tausend Möglichkeiten, die das Buch bietet, umzusetzen. Aber als Shift-Jersey-Grundschnitt behalte ich es.
Shelly - Statt ne 40 ne 36 fabriziert: Gedankt sei schlanken Freundinnen, muss das Teil nicht inne Tonne...
Shelly – Statt ne 40 ne 36 fabriziert: Gedankt sei schlanken Freundinnen, muss das Teil nicht inne Tonne…

Nicht nochmal:

  • „Sweater“ von fashion Style 10/2015: Ich muss den Saum nochmal ändern, der steht ab, das blöde Ding. Der Kragen ist mir im Nacken zu buckelig. Und irgendwie isser mir zu monströs. Ich bin doch eher die Shirt/Jacken Tante.
  • Shelly. Dass die Schnittgröße sich von einem bereits fertigen Teil ableitet, habe ich zu spät gesehen. Dass das Armloch zu eng ist, beim Tragen gemerkt. Dass der Ausschnitt (trotz Anpassung) sonnenstrahlige Falten wirft und sich mit den Busenfalten beisst, geht gar nicht.

Kommt noch:

  • Ottobre Woman 5/2012 Stitch Details: Ich brauche noch einen Kleider-Schnitt für Webware. Und der gefällt nicht nur mir, davon gibts Dutzende Bilder im Netz. Zeitschrift gerade verliehen 🙁
  • Sweatpants Jenna: Gekauft, gedruckt, geschnitten. Aber erst musste meine Kleidergier befriedigt werden. Passt der Schnitt, gibts noch den Webwarigen dazu.

Fehlt noch:

  • Der ultimative Blusen/Hemden Schnitt. Einerseits mag ich’s boxig, andererseits mag ich Abnäher. Mal gucken, in einer fashion style gab’s was nettes.
  • Einen pfiffigen (örks, das sagt die Frisiertante immer, wenn sie mir die Haare fönt) Kapuzenpulli bzw. -jackenschnitt. Ich habe eine schöne Kaufjacke mit schrägem Reißverschluss, leicht tailliert und mit schrägen RV-Taschen, wird mir nur langsam zu groß. Sowas als Schnitt wäre nett. Und neee, ich nehme davon keinen Schnitt ab. Für solche Puzzleaufgaben fehlt mir die Geduld/Lust/Fähigkeit.
  • Ein Schwingedingrock aus Webware. Ich glaube, da habe ich auch in der fashionstyle was gesehen.
  • Einen Jumpsuit. Noch vor ein paar Tage dachte ich: „Wer zieht den sowas an?“. Bis ich Katrin von tragmal damit gesehen habe: Verdammt, das sieht gut aus. Brauche ich! Allerdings mit langen Armen.

Brauche ich nicht:

Beim Durchgucken, Überlegen und Stilfinden haben sich ein paar Punkte erhärtet.

  • Shirts werde ich in nächster Nähe erstmal nicht nähen. Einmal habe ich genug und dann finde ich Shirts nähen auch ziemlich fade. Dabei habe ich sie früher fast nur genäht (schneller Erfolg und so).
  • Ich brauche keine „steifen“ Röcke. Keine Pencils, keine Kellerfalten, nix, was nach Büro aussieht.
  • Ich brauche auch keine steifen Kleider. Ich muss mich damit auf dem Sofa zusammenkuscheln können, mit den Hunden rennen und meine Doc Martens müssen dazu passen.
  • Weder Blazer, noch Mäntel noch ähnlich schweres werde ich in nächster Zeit in Angriff nehmen. Brauche ich also erst gar nicht nach dollen Wollstoffen zu gucken *michselbstböseanguck*.
  • Jeans und Co. werde ich nicht nähen. Eine habe ich mal mit Hilfe von Mama genäht, das war toll. Dann habe ich drei Kilo abgenommen und die Hose saß nicht mehr. Das ist mir zuviel Arbeit. Und ich habe Glück in die gängigen Hosen zu passen.

So. Jetzt veröffentliche ich das und bin dann an meine Aussage gebunden. So funktioniert das doch, oder? Natürlich habe ich noch ein paar sonstige Spielereien auf meinem Pinterest-Board, aber das werden dann eher so Einzelteile. Mir geht’s jetzt erstmal um den Aufbau einer vernünftigen Grundstruktur. Und das ich aufhöre, wahllos Schnitte und Stoffe zu kaufen. Hust.

Das schwarze Loch oder auch Handtasche Mary

Handtasche Mary
Schaut jetzt nicht sooo übel aus, oder?

Da hat aber jemand Nerven gekostet. Mary heißt sie, ist nach dem ebook von modage genäht und hat mich fragen lassen: Können alle andere so viel besser nähen oder nur besser fotografieren? Oder liegt’s doch am fehlenden Obertransport?

Die Handtasche Mary ist die kleine Schwester der Reisetasche Mary-Ann. Mir gefiel die abgeknickte Ecke, die rundumverlaufenden Gurtbänder und verschiedenen Tragevarianten.

Ich kann gut mit Stoffen und nähe furchtbar gerne, bin dabei auch kreativ. Aber ich hasse Schnittmustererstellung und -anpassung. Anpassungen lasse ich mir bei Klamotten ja noch gefallen, aber bei Taschen will ich für mein Geld etwas Durchdachtes. Dafür zahle ich gerne. Mein Material stammt fast zu 90 % aus Altkleidern. Deshalb sind Probemodelle immer schwierig. Ist die Jacke / Hose whatever zugeschnitten, ist da selten nochmal eine Nachjustierung möglich. Weshalb ich mir vorher auch stundenlang Fotos von schon genähten Objekten anschaue, viel googele und pintereste, um Fehlerquellen aufzudecken.

So auch bei der Mary. Die Fotos sahen topp aus, die Berichte waren überschwenglich. Etwas aufwendiger als ein Einkaufsbeutel, aber das mag ich ja.

Der Stoff ist nicht eingeknickt, wie ich dachte, sondern so zugeschnitten.
Der Stoff ist nicht eingeknickt, wie ich dachte, sondern so zugeschnitten.

Als der Schnitt vor mir lag, war ich irritiert. Ich erwartete, auch aufgrund der Fotos, ein rechteckiges Seitenteil. Das war aber ein schmales, hohes Dreieck (das hat garantiert nen Eigennamen, ich Matheass, ich). Mmmh. Nun ist meine räumliche Vorstellung gleich Null (wo wir wieder bei der Schnittmustererstellungsschwierigkeit wären), also einfach mutig drauf los nähen, wird schon werden.

Bis auf das Einsetzen der Seitenfalte, die ich aufgrund falscher Vorstellungen vom Gesamtbild gefühlt sechstausend Mal aufgetrennt habe, ging soweit alles gut. Bis ich die Reißverschlußecke mit (dünnem) Leder abnähen wollte. Konnte ja nur schief gehen: 2 Lagen Oberstoff, 2 Lagen Vlies, 2 Lagen Futter, der Reißverschluß und last but not least, 2 Lagen Leder durchzunähen – das schafft meine Brother einfach nicht. Ich war so genervt, gestresst und sauer, dass ich trotz Brummen und Piepen meiner armen Maschine, sowie einigen üblen Falten und Fehlstichen weiter genäht habe. In dem Bewußtsein, gerade ein TfT (Teil für die Tonne) zu produzieren.

Wie ich das hasse! Für die Tonne nähen ist eh nich‘ schön, aber so kurz vorm Schluß? Nachdem man so vorsichtig zu Werke gegangen ist und das Teil schon richtig gut aussieht. Gnagnagna.

Öffnet man den Reißverschluß, zeigt sich erstmal ein schwarzes, tiiiefes Loch
Öffnet man den Reißverschluß, zeigt sich erstmal ein schwarzes, tiiiefes Loch

Als ich dann verschwitzt die letzten Fädchen vernäht hatte, die nächste Ernüchterung: Da passt ja gar nix rein? Also, da passt schon eine Menge rein, so isses ja nicht. Aber erstmal muss ich das Zeug ja rein bekommen. Und das ist gar nicht so einfach: Der Reißverschluß ist, gemessen an der Gesamtgröße der Tasche, viel zu kurz. Dadurch kann man die Tasche nicht wirklich „aufklappen“. Na, ihr wißt schon. Ich bekam mit etwas Geschubse locker mein iPad, zwei Zeitschriften, einen dünnen Pulli und noch alles mögliche da rein. Aber erstens fand ich nix wieder, da die Öffnung zu eng zum Wühlen ist. Und zweitens hatte ich meine liebe Mühe, alles wieder raus zu bekommen.

Handtasche Mary
Schatzens Sakko als Ausgangsmaterial.

Inzwischen habe ich mich an die Eigenheiten der Tasche gewöhnt. Ich benutze sie, weil sie so hübsch ist. Und weil sie aus nem ehemaligen Lieblingssakko vom Schatz ist. Ich mag die vordere Klappentasche. Sie trägt sich prima. Und ist mir – bis auf die RV-Enden – echt gut gelungen.

Aber nochmal geb‘ ich mir das Drama nich‘.

Kühler Sommerrock warm gemacht und ein Photobomber

Sommerrock mit KatzeJuchhu, Mittwoch! Darf ich wieder bei den MeMadeMittwochsdamen mitmachen?

MMM bringt mich nämlich dazu, meinen Kleiderschrank kritischer zu betrachten. Find‘ ich gut. Und siehe da: Da sind ja sehr wohl noch ein paar selbstgenähte Sachen. Die ziehe ich so selbstverständlich an, dass ich glatt vergessen habe, das sie aus meiner Feder, äh, Nadel stammen.

EingrifftascheZum Beispiel dieser Sommerrock. Ich musste nur flugs den Gummi enger machen und mir die passenden Wollteile ausm Schrank ziehen. Der Stoff ist nämlich nicht gerade warm: So ein flutschiges, seidenglattes Viskose-Polydingens aus unbekannter Herkunft. Kater staunt.

Die Flecken auf meinem Gesicht sind übrigens auf dem Spiegel. Sieht aber lustig aus, also hab ich’s gelassen.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich beim Nähen geflucht habe. Wollte immer gefressen werden, der olle Schlangenprint. Aber der Fall ist echt super.

Das Schnittmuster ist nicht wirklich existent: Eine A-Form mit eingezogenem Gummi, das habe ich wohl pi mal Daumen gemacht. Um euch die Taschen (Anleitung habe ich von Herrn Tristan) zeigen zu können, habe ich das Shirt eingesteckt und einen Gürtel umgemacht. Aber ich fühle mich so taillenbetont unwohl und habs nachher wieder rausgezuppelt. Bin ja doch ein Weichei.

Datensammlung:Sommerrock

  • Jacke + Loop vom Flohmarkt
  • Shirt und Leggings von tchibo
  • vegane Stiefel von Marco Tozzi (ist das ne Marke?) via Amazon
  • Stulpen von einer Freundin gestrickt

 

Fertigkeiten und (Er)kenntnisse

Ich merke in letzter Zeit – seit ich wieder mit Freude ans Klamottennähen denke – dass ich mich selbst einschränke, weil mir gewisse Kenntnisse fehlen. Nix dolles, keine Astrophysik oder so, eher Knopflöcher nähen z. B. Ich trage gerne Blusen. Am liebsten old fashioned (jedenfalls für Docs-Träger ;-)) aus Flanell, muss auch nicht zwingend kariert sein. Und darf den Jahren und der Mode geschuldet tailliert sein. Feiner Kord käme inzwischen auch in Betracht. Aber die Knopflöcher (reden wir jetzt mal nicht vom Kragen. Die Panik kommt später…). 

Da gibt es noch mehr so kannichnicht-machichnicht Geschichten.

  
Ich werde den zügig heranschreitenden Jahreswechsel dazu nutzen, mir mal zu überlegen, was ich 2016 gerne lernen würde:

  • Knopflöcher nähen
  • Schrägband ordentlich annähen (reden wir nicht drüber)
  • Fadenspannung mal nicht ausm Bauch raus, sondern kenntnisreich einstellen
  • Pustedingens nicht zum Katzeärgern, sondern für Säume einsetzen (noch nie gemacht, scheint aber bei den ganzen rockigen Schnittmustern, die auf meiner Wunschliste stehen, sinnvoll zu sein).
  • Zwillingsnadelangst überwinden. Ich weiß sogar, was ich bei meinem einmaligen Versuch falsch gemacht habe: Der Abstand der Nadeln ist zu eng für Jersey, die Twins gibts auch etwas breiter. Der damalige Versuch sah aber so kacke aus, dass ich diese Technik bisher komplett ausblendet habe. 

Beim BläckFriday habe ich mir bei Craftsy zwei Kurse gegönnt, jeweils mit Schnittmuster. Die überqueren gerade den Atlantik. Ich hoffe, die eine oder andere Fertigkeit daraus ableiten zu können.

Das waren jetzt die ganz privaten Nähwünsche. Beruflich will ich unbedingt einen (oder zwei oder drei) Kurs bei Kristina machen. Ihren Blog lese ich schon länger – seit kurzen sehr regelmäßig und finde sie so dolle sympathisch und sie macht mich ganz kribbelig mit ihren tollen Ideen. Und dann kreiere ich meinen sowas von eigenen Stoff und nähe daraus überaus hippe Taschen und werd‘ berühmt. Jau. 

Handgemachte Sachen für leicht verrückte Leute