MMM – Stricksweater mit ohne Nadeln

Sweater, fashion Style 10/2015Naja, ganz ohne Nadeln wird dat natürlich nüscht. Aber einen gemütlichen Kuschelpulli ohne die Mühe klappernder Stricknadeln, hach, das wärs. Was ein Glück, das ich einen sehr ansprechenden Strickstoff bei Tolko fand.

Ich habe mir sehr lange keine Klamotte mehr genäht. Es hat mich unglücklich gemacht. Das lag an meiner Figur. Ich war moppelig, bin dazu klein und hatte keine bestimmte Vorstellung von den Klamotten, die ich tragen wollte. Irgendwie blieb ich immer bei Hose/Shirt/Kapu hängen. Außerdem brauche ich beim Nähen schnelle Erfolge, ich mag nicht stundenlange Anpassungen vornehmen, das macht mir keinen Spaß. Kaum etwas, was ich damals genäht habe, wurde so wirklich geliebt und angezogen, irgendwie saß es nie richtig oder ich sah aus, als wäre ich noch dicker, als ich war.

Innerhalb der letzten anderhalb Jahre habe ich über 20 Kilo abgenommen. Bin lange noch in viel zu schlabberigen Jerseyhosen und übergroßen Pullis rumgeschlurft (ich trug die letzten Jahre nix anderes). Und habe mir Gedanken gemacht. Um Stil. Um die Aussage von Kleidung. Wie ich eigentlich aussehen will. Warum ich mich in welchen Sachen wohl fühl(t)e.

IMG_8692Ziemlich zeitgleich und verblüffend passend bekam ich eine wunderbare Mail von Gabi. Wir haben ein wenig paliert über das Bloggen, warum bei mir Sendepause ist und sie empfahl mir einen Blick auf ihre Blogliste, um zu zeigen, was an mir völlig vorbeigegangen war: Das es inzwischen eine Reihe echt spannender Seiten im Netz gibt. Von nähenden Frauen, die ähnliche Gedanken wie ich haben. Für die Nähen mehr ist, als die immer gleichen Stoffe nach den immer gleichen Schnitten zusammen zu tackern. Hurra!

Dazu habe ich zum ersten Mal in meinem Leben richtige Kleider anprobiert. Mein Liebster (der noch mehr Kilos abgespeckt hat, der Schuft) und ich sind – tara, noch ne Premiere – auf einen Ball gegangen. Dazu wollte ich was richtig Schickes anziehen und bin mit einer Freundin in einen großen Laden, der nix als hinreißende Taftwallewalleklamotten hat. Die Verkäuferin verstand was von ihrem Beruf und hat mir ein paar prachtvolle Roben aufgezwungen. Und ich musste zu meinem absoluten Erstaunen feststellen, das ich in Kleidern richtig gut aussehe. Huch.

Sweater, fashion Style 10/15Ich habe mir inzwischen ein Board bei Pinterest angelegt. Habe Tonnen von Nähzeitschriften gewälzt und konnte Hunderte von Schnittmustern mit ganz neuen Augen bestaunen. Nix mehr mit entäuschtem Gesicht „Schade, das gibt’s nicht in 48…“. Ich kann endlich mal so richtig aus dem Vollen schöpfen. Und habe mir als erstes ein paar richtig geile schwarze Stiefel gegönnt, weil ich die Kombi „Kleid-Jäckchen-Strumpfhose-Stiefel“ superschön finde. Ich! Frau Jerseyhosekapuzenjacke!

Zum (neuen) Anfang wollte ich etwas ganz, ganz Einfaches nähen. In der Oktober fashion Style gibt es einen Pulli, der mir gut gefiel. Und dazu fiel mir auch gleich der Tolkostoff ein, der schon seit ein, zwei Wochen auf der Erinner-mich-Liste stand. Das Probemodell fertigte ich aus einem geschenkten Stoff, den ich für Romanit hielt. Nun, es war Wolljersey, der Pulli ist nach dem Waschen jetzt so klein, das ich ein paar Jahre nix essen dürfte, um da rein zu passen. Macht nix, es hat mir gezeigt, dass der Kragen definitiv zu kurz war, den habe ich jetzt schön angehöht. Da ich am Hals nur allerweichestes Material vertrage, habe ich ihn aus einem feinen Jersey, den es auch bei Tolko gab, genäht. Die Arme wurden auch damit

SweaterDer Schnitt ist sehr schnell genäht (einer dieser „Mir ist kalt, ich näh‘ mir schnell mal was…“-Pullis), allerdings gefällt mir nicht 100 %zig, wie der Kragen am Nacken ausschaut. Ich werde mich daher an einer Anpassung versuchen (oha!). Ich möchte den Kragen insgesamt näher am Hals, außer vorne, da sitzt er fein.

Der Pulli trägt sich sehr angenehm, es passt locker ein dickes Longsleeve darunter. Da die Bündchen sehr weit geschnitten sind, trage ich Stulpen dazu. Die trage ich neuerdings eh total gerne.

Als nächstes kommt ein Kleid oder ein Rock ins Spiel. Stoffe habe ich mir schon besorgt und liegen eh hier noch tonnenweise rum (aus meiner Shirtnähphase, die nie richtig in Schwung kam –> siehe weiter oben). Ich freu‘ schon wie Bolle drauf. Danke, Gabi :-).

Bessere Bilder gibt’s, sobald ich meine Kamera wieder finde. Ähem.

Inzwischen hat der Liebste sich erbarmt, seine sehr müde Frau zu knipsen. Das müssen wir noch üben. Sehr oft.

Für Datenfreaks:

  • Stoff von Tolko, Schnittmuster „Sweater“ von fashion Style 10/2015
  • Vegane, echt geile Schuhe von Dogo
  • Stulpen von einer lieben Freundin gestrickt
  • Kaffee von mir

Vor lauter ersten Malen vergessen: Auf zu allerallerersten MeMadeMittwoch-Parade! Auf das meine Pinterestliste wachse und gedeihe!

6 Gedanken zu „MMM – Stricksweater mit ohne Nadeln“

  1. Liebe Claudia, ich bin gerade sprachlos. Da werfe ich zufällig einen Blick auf meine Blog-Statistik und sehe, dass heute jemand von Deiner Seite zu mir kam. Und denke mir: Wie das? Du bloggst doch schon länger nicht mehr?
    Unglaublich. Ich. freu. mich. Ich freu mich, dass du dich jetzt wohler fühlst, ich freu mich, dass du neue Lust am Nähen hast, ich freu mich, dass du nach so langer Zeit wieder einen Post in altbewährt witzig-ironischer Manier verfasst hast, ich freu mich, dass ich irgendwie ganz unbeabsichtigt und trotzdem doch ein bisschen dazu beigetragen habe, und ich freu mich, dass du zum MMM was selbst Genähtes vorstellst. (Dafür dass ich sprachlos bin, wird der Kommentar aber recht lang… 😉 ) Herzlich willkommen zurück in der Bloggerwelt! (Und wage es ja nicht, mir das Outfit mit Kleid-Jäckchen-Strumpfhose-Stiefel vorzuenthalten, jetzt wo du mich ganz neugierig drauf gemacht hast!) Ist das ein schöner Abend. Wunderbar fröhliche Grüße! Gabi

    1. Liebe unbekannte und doch vertraute Gabi,
      danke für deinen mich grinsen machenden Kommentar. Es ist wirklich manchmal seltsam, dass einen völlig fremde Menschen aus dem Dornröschenschlaf wecken können. Du hast mit deiner Mail einiges los- und ausgelöst: Dass ich meinen Klamottenstil wechseln wollte – bzw. überhaupt erstmal einen entwickeln wollte – war schon vorher klar. So irgendwie. Aber erst deine Mail hat mich darauf gebracht, dass ich mir ja zumindest einen Teil davon nähen könnte. Absurd, nech? Ich hab‘ ne Werkstatt und verkaufe Selbstgenähtes. Darf man eigentlich keinem erzählen…
      Und auch übers Bloggen habe ich viel nachgedacht. Ich war die letzten Monate/Jahre zu sehr gefangen in der „social media“-Falle. Schließlich hatte ich einen Dawandashop, musste also bloggen. Und facebooken. Twittern! Instagrammen!! Uff. Ich hab zeitweise mehr Zeit mit diesen Tools verbracht, als an der Nähmaschine zu sitzen. Und hab mich dabei um den Spaß gebracht.
      Aber das brauche ich doch gar nicht (habe ich eigentlich nie gebraucht). Ich muss mich nicht mit denen messen, die das in Vollzeit als Brötchenjob machen. Ich bin 46 Jahre alt und lasse mich immer noch so schnell irritieren wie mit 16 Jahren. Aber ich habe eine gute Freundin, die ist nochmal 30 Jahre älter und sie hat ähnliche Probleme. Also mit dem sich irritieren lassen. Das gibt nicht gerade Hoffnung, aber es beruhigt mich, dass ich nicht alleine bin.
      Jetzt tauche ich noch ein wenig in der für mich dank dir neu gefundenen Bloggerwelt ein (war die schon immer da? Warum war ich dann immer nur auf Webbandfreundinnen- und Jerseymützenebookerstellerinen-Seiten??).
      Sei gegrüßt, äußerst liebevoll 🙂

  2. Herzlichen Glückwunsch zum Kuschelpulli und zum Wiedereinstieg ins Bloggerinnenleben. Es wäre schön, wenn du den MeMadeMittwoch erwähnst und auch zur dorthin zurückverlinkst.
    LG Karin für das MMM Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *