Pfui, ich muss planen: Schnittmuster- und Klamottennähplan

Ich bin gerade ein bisserl im Rausch: Durchstöbere Pinterest, Blogs, Schnittmusterseiten. Durchblättere jedes einzelne meiner ca. 40 Schnittmusterhefte und bestelle mir Nähbücher wie bekloppt. STOPP!

Smila ist Schuld. Und MeMadeMittwoch. Smila kenne ich natürlich schon lange, habe ein paar Stickdateien von ihr (sehr empfehlenswert, sehr sauber gearbeitet!) und viele ihrer Tutorials ausprobiert. Aber ihre Klamottenbilder immer überblättert. Bis ich jetzt wieder Lust aufs Klamottennähen bekam, auf MeMadeMittwoch stieß, darüber auf Smila und mich der Blitz traff: DAS ist der Stil, der mir gefällt! Okay, ich mags ein wenig wilder, ein wenig rauer und punkiger, aber der Grundtenor stimmt.

Else
Else mit U-Boot und keckem Blick.

Inzwischen habe ich ein paar populäre Schnittmuster, die die letzten Jahre an mir vorbeigegangen sind, ausprobiert und noch ein paar auf Halde. Dabei fiel mir auch wieder auf, warum ich damals entnervt das Nähen von Hobbyschnitterstellern aufgegeben habe: Da stimmt nüscht. Falten und Fältchen an unmöglichen Stellen, zu enge oder riesige Armlöcher, Kapuzen, die entweder Yetis passen würden oder einem das Blut abschnüren: Ne, brauche ich nicht.

Genäht und für gut befunden:

  • Else von Schneidermeistern. Das wird ein Jerseykleidgrundschnitt, ganz klar. Der passt super. Ich muss ihn obenrum etwas verbreitern, da er im Rücken leichte Querfalten schlägt und ich hätte gerne die kleinen Busenfältchen weg. Also muss ich einen Abnäher reinbasteln. Da brauche ich Hilfe bei. Ich weiß nämlich nicht, wie sich das auf das Armloch auswirkt.
  • Tusseti Mandy Boat Tee. Gestern abend an der Overlock runtergerattert und völlig verblüfft über den guten Sitz eines OneSize Stückes. Die Arme dürfen noch eine Spur weiter sein und etwas länger.
  • Julia Womens Cardigan. Obwohl ohne Verschluss und ohne Taschen wurde mein Probeteilchen gleich zum Lieblingsstück. Ein schönes Beispiel für gute Hobbyschnitterstellung!
  • Rock Ottobre Woman 5/2014. Das war nicht der letzte Streich! Am Samstag wollen wir zum Salsatanzen, da brauche ich unbedingt ein Schwingeröckchen! Ausgeschnitten, genäht, zack: Schwingeding!
  • Kleider-Grundschnitt Shiftdress von „Built by Wendy Dresses“: Das Kleid passt wirklich super, aber auf dem Grundschnitt ist nix, nada, niente angezeichnet. Nicht ein winziges Passformzeichelchen. Daher finde ich es eher schwer, die tausend Möglichkeiten, die das Buch bietet, umzusetzen. Aber als Shift-Jersey-Grundschnitt behalte ich es.
Shelly - Statt ne 40 ne 36 fabriziert: Gedankt sei schlanken Freundinnen, muss das Teil nicht inne Tonne...
Shelly – Statt ne 40 ne 36 fabriziert: Gedankt sei schlanken Freundinnen, muss das Teil nicht inne Tonne…

Nicht nochmal:

  • „Sweater“ von fashion Style 10/2015: Ich muss den Saum nochmal ändern, der steht ab, das blöde Ding. Der Kragen ist mir im Nacken zu buckelig. Und irgendwie isser mir zu monströs. Ich bin doch eher die Shirt/Jacken Tante.
  • Shelly. Dass die Schnittgröße sich von einem bereits fertigen Teil ableitet, habe ich zu spät gesehen. Dass das Armloch zu eng ist, beim Tragen gemerkt. Dass der Ausschnitt (trotz Anpassung) sonnenstrahlige Falten wirft und sich mit den Busenfalten beisst, geht gar nicht.

Kommt noch:

  • Ottobre Woman 5/2012 Stitch Details: Ich brauche noch einen Kleider-Schnitt für Webware. Und der gefällt nicht nur mir, davon gibts Dutzende Bilder im Netz. Zeitschrift gerade verliehen 🙁
  • Sweatpants Jenna: Gekauft, gedruckt, geschnitten. Aber erst musste meine Kleidergier befriedigt werden. Passt der Schnitt, gibts noch den Webwarigen dazu.

Fehlt noch:

  • Der ultimative Blusen/Hemden Schnitt. Einerseits mag ich’s boxig, andererseits mag ich Abnäher. Mal gucken, in einer fashion style gab’s was nettes.
  • Einen pfiffigen (örks, das sagt die Frisiertante immer, wenn sie mir die Haare fönt) Kapuzenpulli bzw. -jackenschnitt. Ich habe eine schöne Kaufjacke mit schrägem Reißverschluss, leicht tailliert und mit schrägen RV-Taschen, wird mir nur langsam zu groß. Sowas als Schnitt wäre nett. Und neee, ich nehme davon keinen Schnitt ab. Für solche Puzzleaufgaben fehlt mir die Geduld/Lust/Fähigkeit.
  • Ein Schwingedingrock aus Webware. Ich glaube, da habe ich auch in der fashionstyle was gesehen.
  • Einen Jumpsuit. Noch vor ein paar Tage dachte ich: „Wer zieht den sowas an?“. Bis ich Katrin von tragmal damit gesehen habe: Verdammt, das sieht gut aus. Brauche ich! Allerdings mit langen Armen.

Brauche ich nicht:

Beim Durchgucken, Überlegen und Stilfinden haben sich ein paar Punkte erhärtet.

  • Shirts werde ich in nächster Nähe erstmal nicht nähen. Einmal habe ich genug und dann finde ich Shirts nähen auch ziemlich fade. Dabei habe ich sie früher fast nur genäht (schneller Erfolg und so).
  • Ich brauche keine „steifen“ Röcke. Keine Pencils, keine Kellerfalten, nix, was nach Büro aussieht.
  • Ich brauche auch keine steifen Kleider. Ich muss mich damit auf dem Sofa zusammenkuscheln können, mit den Hunden rennen und meine Doc Martens müssen dazu passen.
  • Weder Blazer, noch Mäntel noch ähnlich schweres werde ich in nächster Zeit in Angriff nehmen. Brauche ich also erst gar nicht nach dollen Wollstoffen zu gucken *michselbstböseanguck*.
  • Jeans und Co. werde ich nicht nähen. Eine habe ich mal mit Hilfe von Mama genäht, das war toll. Dann habe ich drei Kilo abgenommen und die Hose saß nicht mehr. Das ist mir zuviel Arbeit. Und ich habe Glück in die gängigen Hosen zu passen.

So. Jetzt veröffentliche ich das und bin dann an meine Aussage gebunden. So funktioniert das doch, oder? Natürlich habe ich noch ein paar sonstige Spielereien auf meinem Pinterest-Board, aber das werden dann eher so Einzelteile. Mir geht’s jetzt erstmal um den Aufbau einer vernünftigen Grundstruktur. Und das ich aufhöre, wahllos Schnitte und Stoffe zu kaufen. Hust.

Ein Gedanke zu „Pfui, ich muss planen: Schnittmuster- und Klamottennähplan“

  1. Grüß Dich, Claudia, eine schöne Aufstellung! Meine Aufstellung kommt auch bald, sobald in Kürze mehr Zeit hier einzieht. Bin allerdings derweilen noch am Definieren meines alten/neuen Stils, das muss vorher. Ich freu mich sehr, bei Dir mitzulesen und mitzuschauen, was Du so treibst und entwickelst! lg, Gabi

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