Wie es hier duftet *schmacht*

Und nein, ich meine nicht den herrlichen Duft regennasser Hunde *örks*.

Ich habe mir Lavendelblüten bestellt – und schon der verschlossene Karton verströmte dieses wunderbar krautig-herbe Aroma. Vor ein paar Jahren musste ich mich erst an diesen Geruch gewöhnen, aber je mehr ich über diese phantastische Pflanze erfuhr, desto angenehmer fand ich den Duft. Und nun liebe ich ihn.

Ein wenig habe ich mir gleich abgezweigt und auch ein paar von den stark duftenden Rosenknospen – dazu fürs Auge einen Hauch Malvenblüten und fertig ist der Seelenschmaus.

Gemacht werden daraus – unglaublich, wie kreativ ich bin – Lavendelsäckchen. Eigentlich nur, weil ich ein paar Granny Squares ausprobiert habe und die ja irgendwie verwursten muss.

Ich bin nicht gerade der Häkelfreak und die Bilder sehen besser aus als das Original *lach*.

Ebenfalls im Karton waren übrigens Kirschkerne (na, was daraus wohl wird??) und Rapssamen.

Das sind diese hübschen Kügelchen vorne im Bild. Angelockt wurde ich mit dem Wort „Therapieraps“.

RapskirschenDieser Samen wird wohl seit einiger Zeit in Therapien eingesetzt, da er sehr gut Wärme speichert und zugleich sehr viel anschmiegsamer als z. B. die dicken Kirschkernboller ist.

Ich muss bei sowas immer an meinen alten Pulgui mit seinen müden Knochen denken, unseren spanischen Straßenköter, den es mit jedem weiteren Lebensjahr  immer mehr in Richtung Heizung zog. Und an Annie, meine allerliebste Nachbarin, die auch schon seit ein paar Tage die 20 überschritten hat. Der werde ich als erstes ein Wärmerchen basteln.

Meine hauseigene Troika

Troi|ka [tro:ika] (russ.), die; -, Plur. -s: russ. Dreiergespann: (übertr.) aus drei Personen bestehende Führungsgruppe

So steht’s in meinem Lexikon. Meine Führungsgruppe besteht aus

Meine Troika

Tyson. Ein in die Jahre gekommener, inzwischen etwas dicklicher und seit einiger Zeit extrem verschmuster Kater. Er hat hier die Oberhand (von mir vor Jahren angesichts zweier großer Hunde im Haus initiiert).

Klara. Eine Chihuahua-Jack-Russel-Frau mit überschäumendem Selbstbewußtsein, das in keinem Verhältnis zu ihrer Größe steht.

Paul. Der erste im Bunde, der letzte im Rudel. Eine gewagte Mischung aus Schäferhund, Berner Sennen, Rottweiler und Dackel.

Seit Ostern 2010 lebt Klara nun bei uns. Wenige Tage später verstarb Pulgui, ein spanischer Straßenköter, der bis dahin für eine ausgewogene Balance im Rudel Kater-Hund-Hund sorgte. Insgesamt viermal gab es zwischen Paul und Pulgui eine Rauferei, immer ging’s ums Essen (ja, wir füttern zu wenig. Ganz bestimmt).  Paul und Pulgui teilten sich die Ehre, sich dem Kater unterzuordnen, auch wenn der selten zu hause war.
Beim Füttern galt die Regel: Erst der Kater (er schreit am lautesten), dann Pulgui (er war der Älteste), dann Paul (er war der Gelackmeierte). Alle fressen erstmal ihren Napf leer (der Kater dabei eingesperrt im Bad, weil er sich sonst an den Hundenäpfen vergreift), dann gibt’s von Muttern (wat ich bin) ein „Ok!“ und es wird Näpfchen-wechsel-Dich gespielt.
Die Hunde akzeptierten diese Regel ausgezeichnet, ich brauchte seltenst einzugreifen, jeder wartete geduldig auf den anderen.

Die Zeiten ändern sich. Sagt Klara. Ich dachte immer, Paul schlingt, aber Klara hängt ihn da locker ab. Und nun ist sie lange genug dabei, um ungefragt, ungebeten und ungebefugt Pauls Napf zu leeren – der mich mit riesigen Kulleraugen anschaut: „Ich kann ihr doch nix tun?! Sie ist so damned winzig!“.

Sicher greife ich ein, aber eine Sekunde Unachtsamkeit und es spielt sich folgende Szene ab:

Der Kater wird im Bad – was direkt neben der Küche liegt – abgefrühstückt. Danach bekommt Paul, weil er schon länger in der Familie lebt (Hundepolitisch nicht korrekt? Mir egal, ich habe den Dosenöffner.) Es gibt für ihn etwas Trockenfutter, gemischt mit Nassfutter und als Nachtisch ein Stück getrocknete Lunge obenauf. Klara bekommt eine Zehntelsekunde später. Nur Nassfutter wegen böser, böser Milben und weil sie sonst ihre Medikamente nicht frißt. Ein Stück Lunge liegt als Nachtisch auf dem Küchentisch, weil sie es sich sonst zuerst rauszerrt, im Wohnzimmer verschwindet und Paul ihr mit Medis verseuchtes Abendbrot frißt.
Ich muss dringend ins Bad. Ganz dolle. Paul und Klara sind noch in Aktion. Okay, schnell, schnell Geschäft erledigt, in die Küche gehüpft und gerade noch den Kater erwischt, wie er den Kopf in Pauls Napf hängt. Der steht ratlos daneben. Kater verscheucht, Hund gelobt, sich umgedreht, um sich ein Glas Wasser einzuschenken. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie Frech-wie-Oskar-Klara sich gerade bei Paul bedient und sich ein Lungendings klaut! Quasi aus Pauls Maul! Isses denn zu fassen?! Klara hinterher, kleines Machtspiel aufgeführt, Machtspiel gewonnen und mit der Lunge zurück zu Paul.

Klara bekommt ihr Lungenzeugs vom Küchentisch (jaja, jeder Hundetrainer jault jetzt auf, aber soll ich’s etwa selbst essen??).

Ist das nicht ganz erstaunlich, wie Klara und Tyson, beide ungefähr so groß wie Pauls Kopf, dem armen Kerl derart auf der Nase rumtanzen? Und dass er – der sich immerhin mit Straßenköter Pulgui ab und an gefetzt hat – sich das so gefallen lässt?

So ne richtige Troika sieht aber anders aus, meine Dame und Herren! Bitte demnächst etwas Rücksicht auf das Riesenfellvieh, das ihr da so malträtiert. Ihr bastelt euch da gerade einen kleinen Lafontaine zusammen und ich will nicht, dass mein Hund erbost das Haus verlässt!

Januar-Flohmarkt

Ich liebe unseren Flohmarkt in Meldorf. Auch wenn er im Sommer tausendmal schöner ist, da er sich über die gesamte Innenstadt erstreckt. Aber im Winter müssen wir mit der düsteren Dithmarschen-Halle vorlieb nehmen. Tut dem Spaß aber wenig Abbruch, ist wenigstens warm 😉

Dieses Mal waren sehr viele Händler da, nur eine Handvoll Privatleute. Bei denen stöbere ich viel lieber, weil sie oft wirklich ulkige Dinge feilbieten, die kein Händler mit der Kneifzange anfassen würde.

Jetzt heißt es putzen und wienern und genau überlegen, wo was hinkommt, ob es dauerhaft bleiben darf oder doch nur flüchtiges Herzklopfen war…

Eines weiß ich jetzt schon: Der süße Terrier-Ascher darf demnächst meine Stecknadeln hüten.

Eine kleine Auswahl meiner Ausbeute

 

 

1. Hühner, 2. Schweine, 3. Hundeascher, 4. Kaffeekanne, 5. Püppchen, 6. Reißzwecken, 7. Nochmal kleiner Bär, 8. Kleiner Bär, 9. Klappbügel, 10. DDR-Schwippbogen, 11. Holzspielzeug, 12. Porzellanhund, 13. Glas, 14. Tortenplatte, 15. Glasschale

Handgemachte Sachen für leicht verrückte Leute