Ackerpille

7. September 2011
von claudia
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Es ist angerichtet

Als ich vor kurzem mit meiner allerliebsten Bayerin sprach, erzählte ich ihr unter anderem, dass ich in meinem Leben noch nicht soviel Kohl gegessen habe, wie seit den drei Jahren, in denen ich in Dithmarschen lebe. Naja, nun ist das hier das größe Kohlanbaugebiet Europas, quasi ist der Kohl hier das Äquivalent zu den Weißwürschtl meiner bayerischen Freundin.

Sie war etwas erstaunt, als ich ihr von allerhand Kohlgenüssen erzählte, die ich vorher auch nicht kannte. Kohl war für mich heftig-deftige Küche mit irre viel Soße, Fett und Fleisch. Das Kohl auch locker, leicht und edel schmecken kann, habe ich erst hier gelernt.

Ich dachte, ich zeig’ einfach mal, was man so alles aus’m Kohl rausholen kann – neben Sauerkraut und Kohlrouladen gibt’s da nämlich noch weitaus mehr zu entdecken. Ich koche übrigens meist frei Schnauze, erwartet hier bitte nichts grammgenau abgewogenes oder gar authentisch regionales ;-)

Fangen wir an mit einem typischen Was-ist-noch-im-Kühlschrank-Rezept:

Es waren da:

  • Weißkohl, Marke “Ackerpille”
  • gekochte Nudeln
  • Hackfleisch, was dringend wech musste

Das Hack habe ich kross in Olivenöl angebraten, den Kohl in ganz feine Streifen geschnitten und dazu gegeben. Gewürzt habe ich mit Kurkuma, Koriander, Paprika, Cumin und Salz+Pfeffer. Dazu gab’s eine ordentliche Portion Worcester-Sauce (ich liebe das Zeuch!).

Sobald das Hack durch ist, kommen die Nudeln in die Pfanne, ordentlich durchmengen, solange in der Pfanne rumwirbeln, bis die Nudeln warm sind, fertig. Der Kohl ist noch knackig, das Fett des Hacks lässt die Nudeln den Schlund gut runterrutschen und die Gewürze sorgen für den Nachschlag-Effekt.

Ups, das war jetzt doch wieder deftig-heftig und mit viel Fleisch. Das nächste Rezept wird gesünder. Versprochen.

Forsythie

4. September 2011
von claudia
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Alles zurück auf Start!

Tja, da schreibt man den einen Tag einen erbosten Artikel übers Wetter und schon schlägt alles um und man kann vor Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit kaum noch atmen. Na gut.

Aber dass dieser Sommer so besch..eiden war, dass die Forsythien denken, der Winter sei vorbei und der Frühling würde nahen, find’ ich dann doch etwas übertrieben.

Meine Nachbarn, stolze Besitzer dieser Pracht und schon viele Jahrzehnte auf dieser Welt, haben sowas noch nicht gesehen.  Ich weiß nicht, ob mich das beruhigt oder mir Angst macht *grübel*.

Link:

Wikipedia-Artikel über die Frühjahrsblüte (!) der Forsythie

Kekszeit

31. August 2011
von claudia
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Wetter, Wetter, Wetter….

So. Mir reicht’s: Ich habe heute den Herbstbeginn eingeläutet.

Ich stricke seit Wochen dicke Schals und Mützen – noch schlimmer: Ich verkaufe sie sogar! Machen wir uns nix vor, der Sommer 2011 und wir, das war nix.
Morgen ist der erste September und jetzt können wir mit dem Mistwetter Frieden schließen. Ist ja Herbst.

Passenderweise bin ich heute über ein Rezept gestolpert (Link steht unten), das einfach zum Wetter passt: Knackig-harte Kaffeetunkkekse mit Zimt und Honig. In den Vorratsschrank geguckt: Alles da! Wenn ihr auch schon Lust auf dieses schöne Sofa-Tee-Buch-Gefühl habt, hier das Rezept:

yummy graham crackers

Ihr braucht:

  • 1,5 Tassen Weizenmehl
  • 1/3 Tassen Weizen Vollkornmehl
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 1/4 Teelöffel gemahlenen Zimt
    -> Alles in einer Schüssel verrühren.
  • 2/3 Tassen ungesalzene Butter in Zimmertemperatur
  • 1/2 Tassen braunen Zucker
  • 2 Esslöffel Honig

Die letzten drei Zutaten miteinander verrühren, bis es schaumig wird. Funktioniert nur, wenn ihr nicht wie ich Vollhonk die Butter bis auf Stahlkonsistenz im Kühlschrank aushärten lasst.

Nun die trockenen Zutaten hinzugeben. Sich fragen, wie das jemals eine teigähnliche Konsistenz annehmen soll. Einen Schluck Wasser dazugeben, falls es zu trocken ist. Weitermixen.

Ich hab’ dann die Hände genommen, um die Sachen zu vermatschen, weil mich der aufsteigende Rauch aus meinem Mixer etwas beunruhigt hat.

Wenn ihr es geschafft habt, aus dem Zeug eine homogene Masse zu gestalten (Respekt!), wickelt ihn bitte liebevoll in Plastikfolie und lasst ihn eine halbe Stunde im Kühlschrank schlafen.

Bestellt bei Amazon oder ebay einen neuen Mixer und schon geht’s weiter: Backofen bitte auf ca. 175 Grad einheizen.

Nun den Teig ausrollen, ca. einen halben Zentimeter dünn. Am besten klappt das zwischen zwei Frischhaltefolien. Tisch bleibt sauber, Roller auch. Warum habe ich das immer ignoriert? Muss das erst in einem amerikanischen Blog stehen?

Ich habe meine Ausstecher nicht mehr gefunden und deshalb ein Glas genommen. Mit einem Durchmesser von 7,5 cm habe ich 13 Kekse erstochen (und ja, ich war gerade mit dem Lineal in der Küche und habe mein Glas gemessen. Das Bloggen treibt einen zu absurden Handlungen).

Mit etwas Abstand auf ein Backblech setzen, nach Wunsch noch ein paar Zuckerkrümel drüberstreuen und ab dafür. Zwischen 10 und 12 Minuten braucht es, bis die Kekse fertig sind, es kommt etwas auf die Dicke und euren gewünschten Kross-Grad an (ich bin heute eine echte Wortfindungsbombe). Vor dem ersten Biss auskühlen lassen.

Der Geschmack ist sehr leicht nach Zimt (bei mir kommt das nächste Mal mehr rein) und im Nachgang *höhö* sehr lecker nach Honig. Ich hab’ gleich drei Stück verputzt. Auf jeden Fall ein feines Rezept, mit dem man noch rumspielen kann.

Wer ebenso wie ich diese Honig-Zimt-Mischung liebt, sei auf meinen Lieblingshonig hingewiesen: Bio-Canela von Gepa. Das ist Honig mit Zimt verfeinert. Irre lecker.

Schmeckt am besten mit meinem Lieblingswinternachtisch:

Einen geschälten Apfel und eine Banane kleingeschnibbelt in einer beschichteten Pfanne auf mittlerer Temperatur anschwitzen (also, vor sich hinbrödeln lassen), einen guten Schluck Wasser dazu, damit es nicht anpappt. Darüber kommt ein Esslöffel Honig (mindestens!) und etwas Zimt (oder eben Canela). Wenn der Honig sich aufgelöst hat, haut ihr die Pampe (und mehr isses jetzt nicht mehr) in ein Schüsselchen und gebt einen guten Klecks Joghurt drauf. Sofort alles aufessen und schnurren vor Vergnügen :-)

A propos Äpfel: Sind das nicht ganz zauberhafte Exemplare? Ich weiß noch nicht, was aus ihnen werden wird, aber ich musste sie einfach machen. Vielleicht erste Herbstdeko? Sach’ ich doch! Is’ Herbst.

Links

Keksrezept Miette Graham Crackers

Anleitung Filzäpfel Apple Coasters

Killerkitty

11. August 2011
von claudia
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Von Killerkätzchen und Killerkeksen.

Meine Freundin hat Geburtstag. Sie wird zwölf Jahre alt. Ihre Schwester und deren beste Freundin waren gestern bei mir, um ihr ein schönes Geschenk zu basteln.

Meine Freundin ist verrückt nach “Hello Kitty”. Egal, wo diese Grinsekatze drauf ist, es löst ein Jauchzen aus. Bei mir an der Pinnwand hängt ein uraltes Hello-Kitty-Etikett, auf das ich das wahre Gesicht dieser merkwürdigen Katze gemalt habe. Das löst jedesmal heftige Debatten aus. Meine Freundin behauptet steif und fest “Kitty ist nicht böse!”, während wir anderen uns sicher sind, dass nach Einbruch der Dunkelheit bestimmte Veränderungen an diesem Vieh vor sich gehen.

Als es nun ans Basteln ging, machte ich den Vorschlag, Buttons oder Kühlschrankmagnete für unsere Freundin zu malen, die ich dann pressen würde. Und klar, es musste ne Kitty rauf. “Aber ne böse..”, sagte ich leichtfertig.

Meine kleine Freundinnen haben das Thema begeistert aufgenommen und blutrünstige, bösartige Wesen geschaffen, die mir in dem Alter Albträume beschert hätten.

Wir entschieden uns letztendlich für Magnete. Ich griff eine Idee aus dem Netz aus und spendierte eine lackierte Herdabdeckung, an die ich ein Band knotete und jetzt haben wir eine wunderbare Magnettafel mit Killerkitty-Magneten.

Weil Zucker und Fett zu jeder gesunden Kindheit gehören, haben wir auch noch irre süße, klebrige, eklige aussehende Kekse gebacken. Ich nenne sie Killerkekse, weil schon zwei Stück davon einen erwachsenen Magen in die Flucht schlagen.

Das Rezept habe ich von einer amerikanischen Seite und ich will es euch nicht vorenthalten:

 Man nehme

-15 Marshmallows (in drei Teile geschnitten)
-2/3 Tasse Kakao Pulver
-2 Tassen Mehl
-1 Teelöffel Backpulver
-1 Teelöffel Salz
-1 Tasse Zucker (plus 1/2 Tasse Zucker für den Dekor)
-1 Tasse Margarine
-1/2 Tasse braunen Zucker
-2 ungeschlagene Eier
-1 Teelöffel Vanillezucker

Die Marshmallows mit der Schere in drei Teile schneiden. Die Kinder davon abhalten, die Hälfte schon aufzuessen.
Marshmallows in den Kühlschrank stellen.
Mehl, Kakao, Backpulver und Salz verrühren. Den Boden wischen.
In einer extra Schüssel den Vanillezucker, weißen Zucker, braunen Zucker und die Margarine vermengen, dann die zwei Eier ungeschlagen dazu geben: Jetzt ordentlich miteinander verschlagen (Kinder nehmen natürlich lieber ihre Hände, bis zu den Ellbogen rein).
Langsam die trockenen Zutaten dazu geben, weiterrühren.
Etwas von diesem Match nun um ein Drittel Marshmallow klumpen. Die Marshmallows müssen gut bedeckt sein.
Diese Klumpen nun in Zucker wälzen.
Auf ein Backbleck setzen, nicht zu nah beieinander.
Bei 200 Grad ca. 4 bis 8 Minuten backen, das kommt ganz auf die Größe der Klumpen an.

Wenn der Marshmallowmatch rausquillt, sollte man die Plätzchen rausnehmen. Sie sind dann noch weich und sehr labberig, aber sie härten aus, wenn sie abgekühlt sind.

Sie sehen aus, wie schon mal gegessen. Sie schmecken nach Zucker, Zucker, Zucker. Die Kinder lieben sie.

Ich muss mich jetzt umziehen. Ich bin nämlich zu einer Wahnsinnsparty eingeladen ;-)

 

Links:

Das Original-Rezept der Chocolate-Marshmallow-Cookies

Magnettafel aus Herdabdeckung

Armbänder

6. August 2011
von claudia
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Sew slowly, please

Vor einiger Zeit entdeckte ich den wundervollen Blog von annekata (Link siehe unten). annekata näht unheimlich viel mit der Hand, macht davon unheimlich schöne Bilder und damit unheimlich Lust, es ihr nachzutun ;-)

Der Blog hat mich daran erinnert, dass ich eigentlich sehr gerne mit der Hand nähe. Es hat sowas Ursprüngliches, so wie in der Erde wühlen oder Teig kneten. Als ich auf ihre allerliebsten Stoffbroschen stieß, fuhr ich den Rechner runter, schnappte mir einige Stücken Stoff, etwas Tüddelkram, Nadel und Faden und versank ein paar Tage im Nähnirvana. Hörbuch ins Ohr und Abwasch Abwasch sein lassen.

Herrlich.

Ein gänzlich mit Hand genähtes Teilchen hat nochmal eine Spur mehr Charme. Und erfüllt mich mit etwas mehr Stolz. Vielleicht, weil wunde Fingerkuppen einem das Gefühl geben, etwas getan zu haben.

Zwei Broschen und ein Armband sind im Shop gelandet. Der Rest kommt nach. Irgendwann ;-)

Und siehe da: Als ich gestern aus einer ollen Kinderjeans eine Tasche nähen wollte, war mir klar, dass das Futter per Hand eingenäht wird. Eine Arbeit, vor der ich mich immer gedrückt habe. Weil, mit der Maschine geht das schneller ;-) . Aber handgenäht sieht einfach schöner aus. Und auf den meditativen Prozess möchte ich nicht mehr verzichten. Danke annekata :-) .

 

Links

annekatas Broschenanleitung

Zu den Broschen im Dawanda-Shop