Schnell, warm, pink: Indoor Poncho

Ich hatte gerade etwa eine halbe Stunde Zeit. Und einen seit Jahren wohlgehüteten Rest Doublefleece, der zu kurz für alles Pullige und zuviel für Stulpen war. Schneiderherz hatte doch vor kurzem diesen netten Kurzponcho vorgestellt?

Mein Mann stieg gerade in die Dusche, als ich den Stoff ausbreitete. Als er sich abtrocknete, kam ich ihm schon im Indoor Poncho entgegen.

Also, über eine zu lange Verarbeitungszeit kann man sich echt net beschweren! Nu sitze ich schön eingemummelt aufm Sofa, freu mich über den hübschen Fall des Stoffes und hoffe, ihr nehmt mir mein Abends-im-Schlafanzug-Bild nicht allzu übel (und dann auch noch mit iPad-Apps das ungemachte Bett wegretuschiert. Pfuscherin…).

  

MMM – Stricksweater mit ohne Nadeln

Sweater, fashion Style 10/2015Naja, ganz ohne Nadeln wird dat natürlich nüscht. Aber einen gemütlichen Kuschelpulli ohne die Mühe klappernder Stricknadeln, hach, das wärs. Was ein Glück, das ich einen sehr ansprechenden Strickstoff bei Tolko fand.

Ich habe mir sehr lange keine Klamotte mehr genäht. Es hat mich unglücklich gemacht. Das lag an meiner Figur. Ich war moppelig, bin dazu klein und hatte keine bestimmte Vorstellung von den Klamotten, die ich tragen wollte. Irgendwie blieb ich immer bei Hose/Shirt/Kapu hängen. Außerdem brauche ich beim Nähen schnelle Erfolge, ich mag nicht stundenlange Anpassungen vornehmen, das macht mir keinen Spaß. Kaum etwas, was ich damals genäht habe, wurde so wirklich geliebt und angezogen, irgendwie saß es nie richtig oder ich sah aus, als wäre ich noch dicker, als ich war.

Innerhalb der letzten anderhalb Jahre habe ich über 20 Kilo abgenommen. Bin lange noch in viel zu schlabberigen Jerseyhosen und übergroßen Pullis rumgeschlurft (ich trug die letzten Jahre nix anderes). Und habe mir Gedanken gemacht. Um Stil. Um die Aussage von Kleidung. Wie ich eigentlich aussehen will. Warum ich mich in welchen Sachen wohl fühl(t)e.

IMG_8692Ziemlich zeitgleich und verblüffend passend bekam ich eine wunderbare Mail von Gabi. Wir haben ein wenig paliert über das Bloggen, warum bei mir Sendepause ist und sie empfahl mir einen Blick auf ihre Blogliste, um zu zeigen, was an mir völlig vorbeigegangen war: Das es inzwischen eine Reihe echt spannender Seiten im Netz gibt. Von nähenden Frauen, die ähnliche Gedanken wie ich haben. Für die Nähen mehr ist, als die immer gleichen Stoffe nach den immer gleichen Schnitten zusammen zu tackern. Hurra!

Dazu habe ich zum ersten Mal in meinem Leben richtige Kleider anprobiert. Mein Liebster (der noch mehr Kilos abgespeckt hat, der Schuft) und ich sind – tara, noch ne Premiere – auf einen Ball gegangen. Dazu wollte ich was richtig Schickes anziehen und bin mit einer Freundin in einen großen Laden, der nix als hinreißende Taftwallewalleklamotten hat. Die Verkäuferin verstand was von ihrem Beruf und hat mir ein paar prachtvolle Roben aufgezwungen. Und ich musste zu meinem absoluten Erstaunen feststellen, das ich in Kleidern richtig gut aussehe. Huch.

Sweater, fashion Style 10/15Ich habe mir inzwischen ein Board bei Pinterest angelegt. Habe Tonnen von Nähzeitschriften gewälzt und konnte Hunderte von Schnittmustern mit ganz neuen Augen bestaunen. Nix mehr mit entäuschtem Gesicht „Schade, das gibt’s nicht in 48…“. Ich kann endlich mal so richtig aus dem Vollen schöpfen. Und habe mir als erstes ein paar richtig geile schwarze Stiefel gegönnt, weil ich die Kombi „Kleid-Jäckchen-Strumpfhose-Stiefel“ superschön finde. Ich! Frau Jerseyhosekapuzenjacke!

Zum (neuen) Anfang wollte ich etwas ganz, ganz Einfaches nähen. In der Oktober fashion Style gibt es einen Pulli, der mir gut gefiel. Und dazu fiel mir auch gleich der Tolkostoff ein, der schon seit ein, zwei Wochen auf der Erinner-mich-Liste stand. Das Probemodell fertigte ich aus einem geschenkten Stoff, den ich für Romanit hielt. Nun, es war Wolljersey, der Pulli ist nach dem Waschen jetzt so klein, das ich ein paar Jahre nix essen dürfte, um da rein zu passen. Macht nix, es hat mir gezeigt, dass der Kragen definitiv zu kurz war, den habe ich jetzt schön angehöht. Da ich am Hals nur allerweichestes Material vertrage, habe ich ihn aus einem feinen Jersey, den es auch bei Tolko gab, genäht. Die Arme wurden auch damit

SweaterDer Schnitt ist sehr schnell genäht (einer dieser „Mir ist kalt, ich näh‘ mir schnell mal was…“-Pullis), allerdings gefällt mir nicht 100 %zig, wie der Kragen am Nacken ausschaut. Ich werde mich daher an einer Anpassung versuchen (oha!). Ich möchte den Kragen insgesamt näher am Hals, außer vorne, da sitzt er fein.

Der Pulli trägt sich sehr angenehm, es passt locker ein dickes Longsleeve darunter. Da die Bündchen sehr weit geschnitten sind, trage ich Stulpen dazu. Die trage ich neuerdings eh total gerne.

Als nächstes kommt ein Kleid oder ein Rock ins Spiel. Stoffe habe ich mir schon besorgt und liegen eh hier noch tonnenweise rum (aus meiner Shirtnähphase, die nie richtig in Schwung kam –> siehe weiter oben). Ich freu‘ schon wie Bolle drauf. Danke, Gabi :-).

Bessere Bilder gibt’s, sobald ich meine Kamera wieder finde. Ähem.

Inzwischen hat der Liebste sich erbarmt, seine sehr müde Frau zu knipsen. Das müssen wir noch üben. Sehr oft.

Für Datenfreaks:

  • Stoff von Tolko, Schnittmuster „Sweater“ von fashion Style 10/2015
  • Vegane, echt geile Schuhe von Dogo
  • Stulpen von einer lieben Freundin gestrickt
  • Kaffee von mir

Vor lauter ersten Malen vergessen: Auf zu allerallerersten MeMadeMittwoch-Parade! Auf das meine Pinterestliste wachse und gedeihe!

Dosen Upcycling: Raus aus dem Gelbem Sack!

Zum gestrigen Aktionstag „Upcycling“ im Meldorfer Traumaustatter reiche ich noch eine kleine Sammlung netter Anleitungen nach. Gefunden habe ich sie alle – natürlich – über Pinterest, das Board habe ich für alle zum Nachlesen erhalten: Tin Can – Dosen.

Das Foto, das der nette Herr Laubeck von der Dithmarscher Landeszeitung von mir dabei gemacht hat, zeige ich hier mal lieber nicht. Das ist sonst nicht gut für mein Selbstbewusstsein.
Trotz meines Aussehens (Alter, ich muss Sport machen! Dringend!!), war es ein toller Nachmittag. Danke, Meldorf. Macht echt Laune mit dir 🙂

Und jetzt endlich die deutsche Kurzfassung zum Runterladen: PDF Dosen Upcycling

One-Leg-Bag: Jeansrecycling

Ich liebe es, Jeans zu zerschnibbeln und daraus hübsche Taschen zu nähen. Das geht so weit, das mein Liebster schon aufstöhnt, wenn ich seine Beinkleidung kritisch beäuge. „Nein, das ist meine Lieblingsjeans, die kannst du nicht haben!“. Ups.

Das Schönste am Jeansrecycling ist für mich, dass ich nie weiß, was dabei rauskommt. Ich habe für euch mal so so einen typischen Verlauf geknipst, falls ihr Lust bekommt, die Tasche ebenfalls zu nähen:
JeansrecyclingBegonnen habe ich mit dem Abschneiden eines Hosenbeines aus einer Herrenjeans (wo hab‘ ich die wohl her?). Da das Bein oben weiter geschnitten ist, wird die entstehende Falte abgenäht. Jetzt wird der Stoff begradigt und das Futter rausgesucht.

In diesem Fall: Cordstoff, den ich schon mal aus einer alten Hose gewonnen habe. Da das Jeansbein zusammengelegt sehr niedrig ist und ich eine hohe Tasche haben wollte, habe ich den Cordstoff länger gelassen.

Jetzt noch einen hübschen Stoff für die Innentaschen aussuchen und loslegen.

Jeansrecycling

Den etwa quadratischen Blumenstoff habe ich doppelt gelegt, zusammengenäht und je Seite etwa 2-3 cm länger gelassen als der Taschenkorpus breit ist. Etwa zehn Zentimter vom oberen  Taschenrand entfernt die Mitte des Innenfutters ermitteln, ebenso der Innentasche und festnähen. Jetzt legt ihr die Seiten der Innentasche an die Seite der Tasche und steckt sie fest. Klappt den überzähligen Stoff zur Taschenmitte hin. Auf beiden Seiten. Und näht nun den unteren Rand der Innentasche fest.

Siehe da: Zwei geräumige Innentaschen sind entstanden!

Jeansrecycling

Jetzt näht ihr die kurzen Seiten der Innen- und Außenseite zusammen. Einmal wenden bitte und schauen, wie das so aussieht. Dabei solltet ihr auch gleich unten am späteren Taschenboden rechts und links Markierungen setzen.

Wieder wenden und an den Markierungen eine Linie anzeichnen. Den Stoffschlauch an der Markierung festhalten und den Stoff so drapieren, das die Markierung seitlich liegt. Damit habt ihr das Futter quasi vom Oberstoff getrennt.

Markiert euch eine Wendeöffnung und näht die Längsseiten zusammen.

An allen vier Ecken ein Quadrat von 5 cm Seitenlängen ausschneiden und abnähen.

Wie ihr seht, habe ich weder Verschluß noch einen Henkel angebracht. Da ich immer sehr impulsiv nähe, mache ich das häufig am Schluß. Wie jetzt auch:

Jeansrecycling

Ich habe mich für annähbare Magnetdruckknöpfe entschieden (die verkaufe ich über Dawanda und ebay). Die kann man wunderbar anbringen, wenn man den Verschluß z. B. schlicht vergessen hat oder auch bei gekauften Taschen ohne Verschluß.

Die Mitte der Taschenvorderseite ermitteln, ein paar Zentimeter tiefer wird der Verschluß angenäht. Zur Ermittlung der Gegenseite lege ich das Gegenstück drauf, darauf die Taschenrückseite und ziehe vorsichtig mit dem Fingernagel den Magneten wieder ab, während ich ihn am Stoff festhalte. Ein Bild sagt mehr als meine gestammelten Worte. Seht selbst.

Um den verstellbaren Baumwollgurt anzubringen, habe ich mich für ein paar Jeansreste entschieden: Kleine zusammengelegte Rechtecke, auf denen ich wüst hin- und hergenadelt bin, den D-Ring nicht vergessend. Und ebenso wild habe ich dieses Kunstwerk an die Tasche genäht. Das hält jetzt aber auch bombenfest.

Und das war’s dann auch schon. Schön Fäden vernähen und hübsch hinstellen. Foto machen und ab in die Kiste für den nächsten Marktstand.

 

Jeansrecycling

 

 

 

Stempeln mit Sellerie und Lauch. Warum nich‘?

Ich liebe es, auf einem Markt stehen und meine selbstgemachten Sachen verticken. Die Leute aber dazu zu animieren, in aller Öffentlichkeit (für sie) neue Basteltechniken auszuprobieren, ist der Hammer 😀

So stellte ich denn auf dem „Meldorfer Kohlvergnügen“ neben meinen verkäuflichen Werken meine kleine Kinderschultafel auf und warb damit, die große Lehre der Selleriestangendrucktechnik zu vermitteln.

Das und wie das funktioniert fand ich mehr oder weniger per Zufall raus: Ich hatte einen wundervollen Leinenstoff als altes Bettlaken ergattert. Schneeweiß, toller Griff und willig, eine Tasche zu werden. Aber so ganz weiß is‘ ja fad. Während meiner Überlegungen (Färben? Bedrucken? Bestempeln?) stand ich in der Küche, mir einen Snack zuzubereiten. Selleriestangen mit Dip. Und da fiel mein Blick auf das Endstück des Sellerie. How beautiful eigentlich. Wie eine Rose. Stempeln mit Sellerie? Geht das? Und ob! Und ein Blick auf Google offenbarte mir, dass da schon ganz andere kreative Köpfe dran gedacht haben. Nunja, ich brauche halt immer etwas länger.

Nun möchte ich euch anhand der Fotos, die ich während des Marktes gemacht haben, zeigen, welche Technik sich am besten eignet und was man macht, wenn der Sellerie zu Neige geht (nämlich Lauch kaufen :mrgreen: ).

Sellerie Stempeln   Ihr braucht:

  • Gemüse (Sellerie, Lauch)
  • ein scharfes Messer
  • Gummibänder
  • Papp-, oder Keramikteller
  • Unterlage zum Rumsauen
  • Feste Pappe oder ähnliches, um ein Durchsiffen der Farbe zu verhindern
  • Textilfarbe
  • Schwämmchen
  • Stoff, Beutel, Shirt, was ihr halt bedrucken wollt.
Schnurrt erst ein paar Gummiringe ums Gemüse, damit euch nachher nicht Sellerieblätter und Lauchfetzen um die Ohren fliegen.Schneidet dann einen großzügigen Strunk vom Gemüse ab.

Gebt etwas Textilfarbe auf einen Teller und tupft ein Schwämmchen hinein.

 

 Sellerie Stempeln  Tupft sanft das mit Farbe getränkte Schwämmchen auf euer Gemüse. Nicht reiben, nicht wischen: Sonst holt ihr damit die Farbe wieder runter.Seid nicht geizig mit der Farbe.

Stempelt nun ein paar Mal auf einem Blatt Papier, um zu sehen, wie sich das Gemüse stempeln lässt. Vielleicht müsst ihr das Gummi noch etwas fester zurren, damit die Form kompakter wird, vielleicht verschiebt ihr es nach oben, damit die „Blütenblätter“ fluffiger erscheinen.

Jetzt geht’s lohos! Beim Stempeln dürft ihr das Gemüse ruhig feste runterdrücken: Lauch ist (wenn er frisch und vor allem ungekocht ist :mrgreen: ), sehr stabil. Sellerie sowieso. Macht eine leichte Drehbewegung mit dem Handgelenk, damit auch die äußeren Stengel aufs Papier bzw. den Stoff kommen.Je nach Qualität der Farben kann man den „Stempel“ mehrfach aufsetzen, wir haben aber jedesmal neue Farbe aufgebracht.

Zum Farbwechsel einfach die restliche Farbe feucht abwischen, ein paar Mal „trocken“ stempeln und weiter geht’s mit der nächsten Farbe. Aber, Schwund ist immer: Ein paar Krümel Restfarbe werdet ihr in das neue Motiv mitnehmen. Ist halt nix für Perfektionisten, das Gemüsestempeln.

 Sellerie Stempeln

Damit ihr ein Gefühl für die Blüten bekommt, die man mit Selleriestangen und Lauch erstellen kann, hier eine kleine Übersicht:

Sellerie stempeln

Wenn ihr fertig seid, könnt‘ ihr noch eine kleine, sehr bunte Gemüsesuppe zaubern *örks*. Im Ernst: Schaut nochmal, was die Hersteller eurer Textilfarbe zum Thema Fixierung sagen, wahrscheinlich müsst ihr euer Kunstwerk bügeln.

Ein besonders eindrucksvolles Bild (anders kann man das echt nicht sagen), hat meine liebe Freundin Veronika erstellt, die mich am Stand besucht hat. Sie hat erst gestempelt und dann mittels Textilstift und viel Fantasie eine tolle Tasche gezaubert:

Sellerie stempel

Als Belohnung für euer langes Lesen (sorry, ich kann nicht kurz), verlose ich mit diesem Post diese wundervolle Sellerie-Leinen-Tasche. Sie ist ein absolutes Unikat, gefüttert mit einem wunderbar weich gewaschenen weiß-blau-kariertem Bettbezug, hat eine Innentasche und einen kleinen Verschluß mit Karabinerhaken.

Gewinnspiel

Ihr wollt sie haben? Schreibt mir hier im Blog oder auf Facebook, ob ihr schon mal mit verrückten Materialien gestempelt habt. Vielleicht habt ihr ja sogar ein Bild davon?

[box type=“alert“]Teilnahmebedingungen

Facebook steht mit dem Gewinnspiel in keinerlei Verbindung und ist nicht Ansprechpartner dieses Gewinnspiels.

Veranstalter ist die Friesenliese, Claudia Talbi.

Das Gewinnspiel beginnt mit dem Erscheinen dieses Posts und endet am Samstag, den 04. Oktober 2014 um 00:00 Uhr.

Der Gewinn wird per Zufall ausgelost und sowohl hier als auch auf Facebook spätestens am nächsten Werktag bekannt gegeben. Die Sellerie-Leinen-Tasche wird kostenfrei übersandt, es fallen keine Kosten für den Gewinn an. Für die Versendung brauche ich die Gewinn-Adresse, die ich per Nachricht anfordern werde. Die Adresse wird anschließend gelöscht.

Teilnahmeberechtigt ist jeder über 18 Jahre, der einen Kommentar auf dieses Posting hier oder auf Facebook veröffentlicht.

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Handgemachte Sachen für leicht verrückte Leute