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T-Shirt-Labels selbstgemacht

Blümchen hat vor ein paar Tagen Logo Labels erstellt und über ihre Erfahrungen geschrieben. Dabei fiel mir ein, dass ich zwar mal geschrieben hatte, wie ich Stoffetiketten selbst mache, aber meine T-Shirt-Labels, die ich am meisten verwende, erwähne ich mit keinem Wort. Zeit das zu ändern:

Ich hab‘ da mal was vorbereitet *schnauzerreib*:

T-Shirt-LabelKlickste drauf, wird’s größer.

In dem obigen Beispeil habe ich die Shirt-Streifen unten bestempelt, damit ich sie mit einnähen kann. Ein paar der Streifen habe ich auch mittig bestempelt, zum zentrierten (Doppeltwortvermeidungsstrategie. Geht nicht auf.) Aufnähen.

Zum Stempeln verwende ich seit Jahr und Tag ein Stempelkissen von Rico Design. Die gibt’s in vielen Farben, ich hab‘ nur fröhliches Schwarz.

Übrigens: Selbst nach der vom Hersteller empfohlenen Wartezeit von mehreren Stunden hatte ich oft das Problem, dass die Schrift noch verschmierte. Verhindern kann man das, in dem man ein Papiertuch auf die Farbe legt und mit leichtem Druck überbügelt. Zwei, drei mal wiederholt, hält die Farbe bombenfest.

Meinen Stempel habe ich vor sechstausend Jahren (mindestens) bei Stempel Malter erworben. Ich glaube, bei strunznormalen Stempeln tut sich die Qualität der verschiedenen Stempelhersteller aber nix.

Das schwarze Loch oder auch Handtasche Mary

Handtasche Mary
Schaut jetzt nicht sooo übel aus, oder?

Da hat aber jemand Nerven gekostet. Mary heißt sie, ist nach dem ebook von modage genäht und hat mich fragen lassen: Können alle andere so viel besser nähen oder nur besser fotografieren? Oder liegt’s doch am fehlenden Obertransport?

Die Handtasche Mary ist die kleine Schwester der Reisetasche Mary-Ann. Mir gefiel die abgeknickte Ecke, die rundumverlaufenden Gurtbänder und verschiedenen Tragevarianten.

Ich kann gut mit Stoffen und nähe furchtbar gerne, bin dabei auch kreativ. Aber ich hasse Schnittmustererstellung und -anpassung. Anpassungen lasse ich mir bei Klamotten ja noch gefallen, aber bei Taschen will ich für mein Geld etwas Durchdachtes. Dafür zahle ich gerne. Mein Material stammt fast zu 90 % aus Altkleidern. Deshalb sind Probemodelle immer schwierig. Ist die Jacke / Hose whatever zugeschnitten, ist da selten nochmal eine Nachjustierung möglich. Weshalb ich mir vorher auch stundenlang Fotos von schon genähten Objekten anschaue, viel googele und pintereste, um Fehlerquellen aufzudecken.

So auch bei der Mary. Die Fotos sahen topp aus, die Berichte waren überschwenglich. Etwas aufwendiger als ein Einkaufsbeutel, aber das mag ich ja.

Der Stoff ist nicht eingeknickt, wie ich dachte, sondern so zugeschnitten.
Der Stoff ist nicht eingeknickt, wie ich dachte, sondern so zugeschnitten.

Als der Schnitt vor mir lag, war ich irritiert. Ich erwartete, auch aufgrund der Fotos, ein rechteckiges Seitenteil. Das war aber ein schmales, hohes Dreieck (das hat garantiert nen Eigennamen, ich Matheass, ich). Mmmh. Nun ist meine räumliche Vorstellung gleich Null (wo wir wieder bei der Schnittmustererstellungsschwierigkeit wären), also einfach mutig drauf los nähen, wird schon werden.

Bis auf das Einsetzen der Seitenfalte, die ich aufgrund falscher Vorstellungen vom Gesamtbild gefühlt sechstausend Mal aufgetrennt habe, ging soweit alles gut. Bis ich die Reißverschlußecke mit (dünnem) Leder abnähen wollte. Konnte ja nur schief gehen: 2 Lagen Oberstoff, 2 Lagen Vlies, 2 Lagen Futter, der Reißverschluß und last but not least, 2 Lagen Leder durchzunähen – das schafft meine Brother einfach nicht. Ich war so genervt, gestresst und sauer, dass ich trotz Brummen und Piepen meiner armen Maschine, sowie einigen üblen Falten und Fehlstichen weiter genäht habe. In dem Bewußtsein, gerade ein TfT (Teil für die Tonne) zu produzieren.

Wie ich das hasse! Für die Tonne nähen ist eh nich‘ schön, aber so kurz vorm Schluß? Nachdem man so vorsichtig zu Werke gegangen ist und das Teil schon richtig gut aussieht. Gnagnagna.

Öffnet man den Reißverschluß, zeigt sich erstmal ein schwarzes, tiiiefes Loch
Öffnet man den Reißverschluß, zeigt sich erstmal ein schwarzes, tiiiefes Loch

Als ich dann verschwitzt die letzten Fädchen vernäht hatte, die nächste Ernüchterung: Da passt ja gar nix rein? Also, da passt schon eine Menge rein, so isses ja nicht. Aber erstmal muss ich das Zeug ja rein bekommen. Und das ist gar nicht so einfach: Der Reißverschluß ist, gemessen an der Gesamtgröße der Tasche, viel zu kurz. Dadurch kann man die Tasche nicht wirklich „aufklappen“. Na, ihr wißt schon. Ich bekam mit etwas Geschubse locker mein iPad, zwei Zeitschriften, einen dünnen Pulli und noch alles mögliche da rein. Aber erstens fand ich nix wieder, da die Öffnung zu eng zum Wühlen ist. Und zweitens hatte ich meine liebe Mühe, alles wieder raus zu bekommen.

Handtasche Mary
Schatzens Sakko als Ausgangsmaterial.

Inzwischen habe ich mich an die Eigenheiten der Tasche gewöhnt. Ich benutze sie, weil sie so hübsch ist. Und weil sie aus nem ehemaligen Lieblingssakko vom Schatz ist. Ich mag die vordere Klappentasche. Sie trägt sich prima. Und ist mir – bis auf die RV-Enden – echt gut gelungen.

Aber nochmal geb‘ ich mir das Drama nich‘.

Dosen Upcycling: Raus aus dem Gelbem Sack!

Zum gestrigen Aktionstag „Upcycling“ im Meldorfer Traumaustatter reiche ich noch eine kleine Sammlung netter Anleitungen nach. Gefunden habe ich sie alle – natürlich – über Pinterest, das Board habe ich für alle zum Nachlesen erhalten: Tin Can – Dosen.

Das Foto, das der nette Herr Laubeck von der Dithmarscher Landeszeitung von mir dabei gemacht hat, zeige ich hier mal lieber nicht. Das ist sonst nicht gut für mein Selbstbewusstsein.
Trotz meines Aussehens (Alter, ich muss Sport machen! Dringend!!), war es ein toller Nachmittag. Danke, Meldorf. Macht echt Laune mit dir 🙂

Und jetzt endlich die deutsche Kurzfassung zum Runterladen: PDF Dosen Upcycling

One-Leg-Bag: Jeansrecycling

Ich liebe es, Jeans zu zerschnibbeln und daraus hübsche Taschen zu nähen. Das geht so weit, das mein Liebster schon aufstöhnt, wenn ich seine Beinkleidung kritisch beäuge. „Nein, das ist meine Lieblingsjeans, die kannst du nicht haben!“. Ups.

Das Schönste am Jeansrecycling ist für mich, dass ich nie weiß, was dabei rauskommt. Ich habe für euch mal so so einen typischen Verlauf geknipst, falls ihr Lust bekommt, die Tasche ebenfalls zu nähen:
JeansrecyclingBegonnen habe ich mit dem Abschneiden eines Hosenbeines aus einer Herrenjeans (wo hab‘ ich die wohl her?). Da das Bein oben weiter geschnitten ist, wird die entstehende Falte abgenäht. Jetzt wird der Stoff begradigt und das Futter rausgesucht.

In diesem Fall: Cordstoff, den ich schon mal aus einer alten Hose gewonnen habe. Da das Jeansbein zusammengelegt sehr niedrig ist und ich eine hohe Tasche haben wollte, habe ich den Cordstoff länger gelassen.

Jetzt noch einen hübschen Stoff für die Innentaschen aussuchen und loslegen.

Jeansrecycling

Den etwa quadratischen Blumenstoff habe ich doppelt gelegt, zusammengenäht und je Seite etwa 2-3 cm länger gelassen als der Taschenkorpus breit ist. Etwa zehn Zentimter vom oberen  Taschenrand entfernt die Mitte des Innenfutters ermitteln, ebenso der Innentasche und festnähen. Jetzt legt ihr die Seiten der Innentasche an die Seite der Tasche und steckt sie fest. Klappt den überzähligen Stoff zur Taschenmitte hin. Auf beiden Seiten. Und näht nun den unteren Rand der Innentasche fest.

Siehe da: Zwei geräumige Innentaschen sind entstanden!

Jeansrecycling

Jetzt näht ihr die kurzen Seiten der Innen- und Außenseite zusammen. Einmal wenden bitte und schauen, wie das so aussieht. Dabei solltet ihr auch gleich unten am späteren Taschenboden rechts und links Markierungen setzen.

Wieder wenden und an den Markierungen eine Linie anzeichnen. Den Stoffschlauch an der Markierung festhalten und den Stoff so drapieren, das die Markierung seitlich liegt. Damit habt ihr das Futter quasi vom Oberstoff getrennt.

Markiert euch eine Wendeöffnung und näht die Längsseiten zusammen.

An allen vier Ecken ein Quadrat von 5 cm Seitenlängen ausschneiden und abnähen.

Wie ihr seht, habe ich weder Verschluß noch einen Henkel angebracht. Da ich immer sehr impulsiv nähe, mache ich das häufig am Schluß. Wie jetzt auch:

Jeansrecycling

Ich habe mich für annähbare Magnetdruckknöpfe entschieden (die verkaufe ich über Dawanda und ebay). Die kann man wunderbar anbringen, wenn man den Verschluß z. B. schlicht vergessen hat oder auch bei gekauften Taschen ohne Verschluß.

Die Mitte der Taschenvorderseite ermitteln, ein paar Zentimeter tiefer wird der Verschluß angenäht. Zur Ermittlung der Gegenseite lege ich das Gegenstück drauf, darauf die Taschenrückseite und ziehe vorsichtig mit dem Fingernagel den Magneten wieder ab, während ich ihn am Stoff festhalte. Ein Bild sagt mehr als meine gestammelten Worte. Seht selbst.

Um den verstellbaren Baumwollgurt anzubringen, habe ich mich für ein paar Jeansreste entschieden: Kleine zusammengelegte Rechtecke, auf denen ich wüst hin- und hergenadelt bin, den D-Ring nicht vergessend. Und ebenso wild habe ich dieses Kunstwerk an die Tasche genäht. Das hält jetzt aber auch bombenfest.

Und das war’s dann auch schon. Schön Fäden vernähen und hübsch hinstellen. Foto machen und ab in die Kiste für den nächsten Marktstand.

 

Jeansrecycling

 

 

 

Stempeln mit Sellerie und Lauch. Warum nich‘?

Ich liebe es, auf einem Markt stehen und meine selbstgemachten Sachen verticken. Die Leute aber dazu zu animieren, in aller Öffentlichkeit (für sie) neue Basteltechniken auszuprobieren, ist der Hammer 😀

So stellte ich denn auf dem „Meldorfer Kohlvergnügen“ neben meinen verkäuflichen Werken meine kleine Kinderschultafel auf und warb damit, die große Lehre der Selleriestangendrucktechnik zu vermitteln.

Das und wie das funktioniert fand ich mehr oder weniger per Zufall raus: Ich hatte einen wundervollen Leinenstoff als altes Bettlaken ergattert. Schneeweiß, toller Griff und willig, eine Tasche zu werden. Aber so ganz weiß is‘ ja fad. Während meiner Überlegungen (Färben? Bedrucken? Bestempeln?) stand ich in der Küche, mir einen Snack zuzubereiten. Selleriestangen mit Dip. Und da fiel mein Blick auf das Endstück des Sellerie. How beautiful eigentlich. Wie eine Rose. Stempeln mit Sellerie? Geht das? Und ob! Und ein Blick auf Google offenbarte mir, dass da schon ganz andere kreative Köpfe dran gedacht haben. Nunja, ich brauche halt immer etwas länger.

Nun möchte ich euch anhand der Fotos, die ich während des Marktes gemacht haben, zeigen, welche Technik sich am besten eignet und was man macht, wenn der Sellerie zu Neige geht (nämlich Lauch kaufen :mrgreen: ).

Sellerie Stempeln   Ihr braucht:

  • Gemüse (Sellerie, Lauch)
  • ein scharfes Messer
  • Gummibänder
  • Papp-, oder Keramikteller
  • Unterlage zum Rumsauen
  • Feste Pappe oder ähnliches, um ein Durchsiffen der Farbe zu verhindern
  • Textilfarbe
  • Schwämmchen
  • Stoff, Beutel, Shirt, was ihr halt bedrucken wollt.
Schnurrt erst ein paar Gummiringe ums Gemüse, damit euch nachher nicht Sellerieblätter und Lauchfetzen um die Ohren fliegen.Schneidet dann einen großzügigen Strunk vom Gemüse ab.

Gebt etwas Textilfarbe auf einen Teller und tupft ein Schwämmchen hinein.

 

 Sellerie Stempeln  Tupft sanft das mit Farbe getränkte Schwämmchen auf euer Gemüse. Nicht reiben, nicht wischen: Sonst holt ihr damit die Farbe wieder runter.Seid nicht geizig mit der Farbe.

Stempelt nun ein paar Mal auf einem Blatt Papier, um zu sehen, wie sich das Gemüse stempeln lässt. Vielleicht müsst ihr das Gummi noch etwas fester zurren, damit die Form kompakter wird, vielleicht verschiebt ihr es nach oben, damit die „Blütenblätter“ fluffiger erscheinen.

Jetzt geht’s lohos! Beim Stempeln dürft ihr das Gemüse ruhig feste runterdrücken: Lauch ist (wenn er frisch und vor allem ungekocht ist :mrgreen: ), sehr stabil. Sellerie sowieso. Macht eine leichte Drehbewegung mit dem Handgelenk, damit auch die äußeren Stengel aufs Papier bzw. den Stoff kommen.Je nach Qualität der Farben kann man den „Stempel“ mehrfach aufsetzen, wir haben aber jedesmal neue Farbe aufgebracht.

Zum Farbwechsel einfach die restliche Farbe feucht abwischen, ein paar Mal „trocken“ stempeln und weiter geht’s mit der nächsten Farbe. Aber, Schwund ist immer: Ein paar Krümel Restfarbe werdet ihr in das neue Motiv mitnehmen. Ist halt nix für Perfektionisten, das Gemüsestempeln.

 Sellerie Stempeln

Damit ihr ein Gefühl für die Blüten bekommt, die man mit Selleriestangen und Lauch erstellen kann, hier eine kleine Übersicht:

Sellerie stempeln

Wenn ihr fertig seid, könnt‘ ihr noch eine kleine, sehr bunte Gemüsesuppe zaubern *örks*. Im Ernst: Schaut nochmal, was die Hersteller eurer Textilfarbe zum Thema Fixierung sagen, wahrscheinlich müsst ihr euer Kunstwerk bügeln.

Ein besonders eindrucksvolles Bild (anders kann man das echt nicht sagen), hat meine liebe Freundin Veronika erstellt, die mich am Stand besucht hat. Sie hat erst gestempelt und dann mittels Textilstift und viel Fantasie eine tolle Tasche gezaubert:

Sellerie stempel

Als Belohnung für euer langes Lesen (sorry, ich kann nicht kurz), verlose ich mit diesem Post diese wundervolle Sellerie-Leinen-Tasche. Sie ist ein absolutes Unikat, gefüttert mit einem wunderbar weich gewaschenen weiß-blau-kariertem Bettbezug, hat eine Innentasche und einen kleinen Verschluß mit Karabinerhaken.

Gewinnspiel

Ihr wollt sie haben? Schreibt mir hier im Blog oder auf Facebook, ob ihr schon mal mit verrückten Materialien gestempelt habt. Vielleicht habt ihr ja sogar ein Bild davon?

[box type=“alert“]Teilnahmebedingungen

Facebook steht mit dem Gewinnspiel in keinerlei Verbindung und ist nicht Ansprechpartner dieses Gewinnspiels.

Veranstalter ist die Friesenliese, Claudia Talbi.

Das Gewinnspiel beginnt mit dem Erscheinen dieses Posts und endet am Samstag, den 04. Oktober 2014 um 00:00 Uhr.

Der Gewinn wird per Zufall ausgelost und sowohl hier als auch auf Facebook spätestens am nächsten Werktag bekannt gegeben. Die Sellerie-Leinen-Tasche wird kostenfrei übersandt, es fallen keine Kosten für den Gewinn an. Für die Versendung brauche ich die Gewinn-Adresse, die ich per Nachricht anfordern werde. Die Adresse wird anschließend gelöscht.

Teilnahmeberechtigt ist jeder über 18 Jahre, der einen Kommentar auf dieses Posting hier oder auf Facebook veröffentlicht.

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