Ich bin ’69 geboren, im Herzen ein ewiges Hippiekind und mache hier alles selbst: Ich brüte Ideen aus, kaufe Stoffe und Zubehör, nähe, stricke und bastele, fotografiere, betreue meinen Shop bei Dawanda und diese Seite, erstelle Grafiken, verpacke und versende die hoffentlich gekauften Artikel und brüte über der Buchhaltung.
Große Teile davon mit einer gehörigen Portion freudigem Dilettantismus.
Mein Mann unterstützt mich in weiten Teilen, indem er nur grinst und nicht schimpft, wenn ich schon wieder Stoff bestellt habe, mit Bits und Bytes um sich wirft, wenn ich mir eine bestimmte Funktion wünsche (“Mach’ das das so macht, wenn ich hier klicke!”) und mir oft genug beim Sortieren der meterhohen Ablage hilft. Wie oft er alleine den Abwasch gemacht hat, weil ich undedingt noch ein Teil fertignähen wollte, ich kann es nicht mehr zählen…
Ich stelle sehr viele Unikate her, da mich das routinierte Fabrizieren von dem immer gleichen Produkt schnell langweilen würde. Ich finde, Handgemachtes hat einen weitaus größeren Charme, wenn es ein Einzelteil ist. Für mich und für den Käufer
Am liebsten nähe ich für meinen Winzhund Klara. So ein kleines Hundkissen ist schnell gemacht, ein winziger Ball flugs gebastelt. Außerdem gibt die Welt der Chihuahuas und ähnlicher Winzlinge leider wenig Spaßiges her: Entweder sind irgendwo Glitzersteinchen aufgeklebt, das Material ist eine Umwelt- und Hundesünde ohne Grenzen oder der Preis verursacht mir Magengeschwüre. Sehr gerne treten auch alle Punkte auf einmal auf.
Neee, da nähe ich lieber selbst. Und fing an mit einem kleinen Halsband, dann ein winziges, aber sehr einfaches Geschirr und ging über, Spielsachen für die Maus zu fertigen. Inzwischen gibt es viele, die selbstgemachte Halsbänder für Hunde erstellen, aber die meisten nähen für mittel- bis ganz große Hunde und müssen dafür natürlich extrastarkes Gurtband verwenden.
Ich bleibe lieber bei meinen Minibändern, die ich aus vierlagigem Stoff nähe – und damit kann ich aus Tausenden von Farben und Dessins auswählen, da sieht kein Band wie das andere aus. Ich liebe es, diese winzigen Verschlüsse anzunähen, mir vorzustellen, wie ein kleiner Welpe meine bunten Stoffe spazieren trägt und muss jedesmal lachen, wenn das Halsband nicht mal über Pauls Schnauze passt ![]()
Hundegeschirre nähe ich keine. Das ist eine Kunst für sich, die andere sehr viel besser beherrschen. Und wir wären da auch wieder beim Thema “Massen”-herstellung. Das macht mir keine Freude.
In letzter Zeit habe ich vermehrt Lust, Geschenke und Mitbringsel für Hunde- und Katzennarren zu nähen. Da kann ich mich so herrlich austoben. Außerdem wurde die Zielgruppe Winz-Hunde um das Thema Katzen erweitert – da sowieso viele der Spielsachen und Kissen, die ich nähe die perfekte Katzengröße haben. Tyson z. B. ist ganz verrückt nach den Welpenbällchen.
Wo die Reise hingeht, weiß ich ehrlich gesagt noch gar nicht. Ich habe viel zu viel Freude am Nähen und Basteln, als dass ich mich so richtig festlegen will. Dass ich meine Sachen weiterhin verkaufen will, ist das einzig Feststehende. Es berührt mich so wahnsinnig, wenn ich eine freudige Nachricht von einem Käufer bekomme, der sich über die von mir gefertigten Artikel freut.
